Das Tauchboot Biber

Der Biber war ein kleines Einmann-Tauchboot, welches bestückt mit zwei Torpedos (genauer gesagt Aufschlagtorpedos) hauptsächlich bei defensiven Einsätzen gegen den alliierten Nachschub eingesetzt wurde. Oft wird in Fachkreisen darüber gestritten, ob der Biber nun ein kleines U-Boot im technischen Sinne war oder „nur“ ein Tauchboot. Den Status eines „echten“ U-Boot-Fahrers beanspruchten fast ausnahmslos die Fahrer der Seehunde (kleine Zweimann-U-Boote) für sich. Aus technischer Sicht mag dies sicherlich auch richtig sein, wie man anhand fehlender Trimm- und Regelzellen beim Biber (für einen problemlosen Schwebezustand des getauchten Bootes) unschwer erkennen kann. Fakt ist: Der Biber konnte tauchen und entgegen zahlreicher Meinungen auch eine begrenzte Zeit auf Sehrohrtiefe fahren. Dies bestätigten mehrere Biberfahrer.
 
Mit seiner hellgrauen Farbgebung passte sich der Biber sehr gut der Meeresfarbe an und konnte nur noch schwer entdeckt werden. Der Biber sollte sich seinem Ziel in Überwasserfahrt nähern, seine beiden Torpedos abfeuern und dann wieder versuchen, die Basis wohlbehalten zu erreichen. Um sich den Blicken der feindlichen Flugzeugen und Schiffen zu entziehen, konnte der Biber sehr schnell tauchen.
 
Der Bootskörper des Bibers bestand aus 3 mm dünnem Stahlblech ST 52. Bei den Spanten handelte es sich übrigens um L-Spanten. Der Turm war aus Aluminium-Druckguss gefertigt, wobei hier das Material, bedingt durch die geringere Festigkeit, wesentlich stärker ausgeführt war. Der Grund für die Wahl des Aluminiums lag wohl in der geringeren Beeinträchtigung des Kompasses im Gegensatz zu herkömmlichem Stahl. Die Aufbauten wie Schnorchel, Kompass, Sehrohr und Turmluk bestanden ebenfalls aus Aluminium. Ein großer Nachteil dieses Materials bestand darin, dass es sich nicht schweißen ließ, es bleib also nichts anderes übrig, als die Einzelteile miteinander zu verschrauben. Ebenso wurde der Turm am Bootskörper festgeschraubt.

Der Biber konnte zum einen mit Seeminen und zum anderen mit Torpedos bewaffnet werden, wobei am häufigsten jedoch Torpedos zum Einsatz kamen. Für den Biber und auch für andere Kleinkampfmittel wie Hecht, Molch und Seehund, mussten die herkömmlichen Torpedos, wie sie auf großen U-Booten zu finden waren, erst umgebaut werden. Ein normaler Torpedo besaß soviel Untertrieb, dass er den Biber in die Tiefe gezogen hätte. Kleinst-U-Boote besaßen nur einen geringen Restauftrieb im Vergleich zu großen U-Booten. Daher wurden die Torpedos untertriebsfrei bzw. untertriebsarm umgebaut, indem einfach ein Batterietrog entfernt wurde. Aus dem Torpedotyp T III entstand so der T III c. Als Zündung wurde die TZ 2 mit der Pi 2f verwendet. Diese Torpedos besaßen eine Geschwindigkeit von 18,5 kn bei einer Laufstrecke von 4000 m.

 
 
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