Die Ausbildung der Biberfahrer

Die Ausbildung der jungen Fahrer, die meisten von ihnen meldeten sich freiwillig als Offiziersanwärter von der U-Bootsschule, fand in einem geheimen Ausbildungslager in Lübeck-Schlutup statt. Das Lager trug den Decknamen BLAUKOPPEL und lag verborgen unter riesigen Tarnnetzen im Lübecker Reichswald direkt am Ufer der Trave.
 
Helmut Kühne, ein ehemaliger Biberfahrer, erinnert sich: „06.08.44 Eintreffen in „Blaukoppel“ Lübeck-Schlutup. Mitten in einem Waldgrundstück angrenzend an einen Travearm wurden Unterkünfte in Baracken bezogen. Ohne feste Anlaufwege nur gekennzeichnet durch an Bäumen angebrachten Leuchtplaketten war eine Orientierung sehr schwer.“
 
Das Lager wurde im Jahr 1944 errichtet und umfasste drei Werkhallen, eine ebenfalls durch Tarnnetze verdeckte Torpedomontage-Rampe, eine Ablauframpe für die Biber (Schienen) und die Unterkunftsbaracken. Die Baracken bestanden aus vorgefertigten Elementen, die auf festen Fundamenten innerhalb kurzer Zeit errichtet wurden.  Quer durch das Lager schlängelte sich eine Schmalspurtrasse, die am Ende in die Trave führte. Mit Hilfe von Loren konnten die Biber somit durch den schützenden Wald von den Werkstätten direkt ins Wasser gebracht werden.
Dieses Lager stand einzig und allein dem K-Verband zur Verfügung. Die Lage war gut ausgewählt worden. Der dichte Wald bot Sichtschutz gegen alliierte Flieger und die Flenderwerft, wo der Biber gebaut wurde, lag gleich gegenüber, am anderen Ufer der Trave. Mit ihren großen Buchten abseits der Fahrrinne, bot sie ein optimales Trainingsgewässer für die Biberfahrer.
Auf dem Gelände des Lagers wurden 1990 auch die Reste des britischen Welmann-Craft Kleinst-U-Bootes entdeckt. Somit ist davon auszugehen, dass in diesem geheimen Lager auch die von der Kriegsmarine erbeuteten britischen Kleinst-U-Boote X5 und X7 aufbewahrt und getestet wurden.
 
Die Blaukoppel wurde auch für verschiedene Erprobungen und Versuche genutzt. So wurden hier neben der Erprobung der ersten Biber auch neu entworfene Kleinkampfmittel wie Delphin, Elefant und das Kleinst-Schnellboot Schlitten getestet. In der Anfangsphase wurden neben den Biberfahrern auch die Besatzungen der Sprengboote vom Typ Linse ausgebildet. Das Ausbildungszentrum der Linsefahrer wurde jedoch schon kurze Zeit später in die Ortschaft Speck verlegt, die sich an einem Nebensee des Großen Müritzsees befand.
Die Erprobungen der ersten Biber wurden unter der Leitung von Korvettenkapitän Bartels, Pitt Bunte, Hans-Jochen Langsdorff und Paul-Gerhard Schäffer durchgeführt.
 
Die Ausbildung der Biberfahrer erfolgte im Lehrkommando 250, hier im Lager Blaukoppel und dauerte in der Regel 2 Monate. Für diese Zeit waren die Biberfahrer in dem Wohnschiff DENEB untergebracht, welches in der Lübecker Bucht in einem Sperrgebiet lag.
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