Es fanden  zahlreiche Einsätze des Bibers statt, die meisten verliefen jedoch erfolglos und kosteten nur zahlreiche junge Menschenleben. Hier eine Übersicht aller bekannten Einsätze:
 
29.08.1944:                Erster Bibereinsatz unter der Leitung von Hans Bartels. 18 Biber gehen in dieser Nacht in See, kehrten jedoch unverrichteter Dinge vollständig zurück. Der Grund war das schlechte Wetter. Auf ein Boot wartete man besonders lange, erst nach 10:00 Uhr kam es zurück. Der Fahrer war total erschöpft und litt unter den ersten Anzeichen einer CO-Vergiftung.
 
31.08.1944:                Die K-Flottille 261 muss Fècamp verlassen, da die Briten anrücken. Der größte Teil der Biber musste zurück gelassen werden und wurde gesprengt. Der Rest ging in einem nächtlichen Gefecht mit alliierten Panzertruppen verloren.
 
Zwischen September und Dezember 1944 gab es nur sehr wenige Einsätze. Grund war das stetige Verlagern der Front. Es war unter diesen Umständen kaum möglich, einen Einsatzstützpunkt einzurichten.
 
 
22.11.1944:                Die K-Flottille 265 trifft mit 30 Bibern als erste K-Einheit in Harstadt ein. Doch den Vorschlag, eine zweite Flottille mit weiteren 30 Bibern nach Nordnorwegen zu verlegen, billigte Dönitz vorerst nicht, da sie zur Verstärkung der Verteidigung des Skagerrak erforderlich wäre. Doch schon im Dezember 1944 traf die Flottille 267 in Levanger ein und wurde dort aufgeteilt. Ein Teil blieb in Levanger und der zweite Teil wurde nach Kristiansund verlegt.
 
15.12.1944:                Ein Bibereinsatz ist für diesen Tag in den offiziellen Akten nicht vermerkt. Dennoch lässt sich ein Einsatz bruchstückhaft rekonstruieren. Der holländische Fischer Jaap A. erinnert sich, dass er an diesem Tag zusammen mit seinem Schwager bei Breskens zum Ufer der Westerschelde unterwegs war, um bei den britischen Soldaten Eier und Butter gegen Zigaretten und Schokolade zu tauschen. Die britischen Truppen waren in unmittelbarer Näher der deutschen Verteidigungslinie stationiert. Die beiden Fischer entdeckten dabei am Horizont einen Biber und machten die britischen Soldaten darauf aufmerksam und forderten sie auf, ihre Kanonen auf den Biber zu richten. Der britische Kommandant telefonierte mit seinen Vorgesetzten, aber aus welchen Gründen auch immer wurde der Biber nicht angegriffen. Der Biber tauchte und das Periskop bewegte sich stromabwärts.
Kurz darauf explodierte ein großes Schiff, welches sich in der Nähe befand. Es handelte sich um die Kanadische FORT MAISONNEUVE, einen Munitionsfrachter auf dem Weg nach Antwerpen. Das Schiff sank vor den Augen der beiden Fischer in der Mitte der Fahrrinne.
Einen Tag später wurde nicht weit davon ein gestrandeter Biber gefunden. Der tote Fahrer saß noch im Cockpit. Er starb lt. Augenzeugen an Vergiftung, vermutlich durch Batteriegase.
Ein zweiter Biber wurde in der Nähe auf einer Sandbank gefunden. Auch hier fand man den Fahrer tot in seinem Biber, er starb vermutlich durch Kohlenmonoxyd-Vergiftung. Dieser Biber wurde anschließend in den Hafen von Breskens geschleppt. Bis heute ist unklar, um welche Biber es sich handelte und wo sie her kamen. Recherchen ergaben, dass beim Untergang der FORT MAISONNEUVE drei Seeleute ums Leben gekommen sind. Als offizielle Ursache für den Untergang wird ein Minentreffer angegeben. Wenn man die Explosion jedoch im Zusammenhang mit dem in der Nähe gesichteten Biber und den beiden kurz darauf gestrandeten Bibern betrachtet, ist ein erfolgreicher Biberangriff nicht auszuschließen. Die Antwort auf die Frage, ob nicht doch ein Biber die Ursache für den Untergang war, haben die tot aufgefunden Fahrer mit in ihr Grab genommen.
 
22.12.1944:                18 Biber liefen aus Poortershaven und Helvoetsluis im Schlepp aus. MTB’s überraschten die Biber und vier von ihnen wurden versenkt. 1 Biber sank nach Minentreffer und ein weiterer wurde durch diese Mine so stark beschädigt, dass er umkehrte. Der Fahrer war der Einzige, der von diesem Einsatz zum Stützpunkt zurückkam. Das Schicksal der anderen Fahrer bleibt für immer ungeklärt.
 
23.12.1944:                Gegen 02:00 Uhr liefen 11 Biber liefen. Einer der Fahrer, der Mechanikerhauptgefreite Mendel geriet in britische Gefangenschaft. Die restlichen verschwanden spurlos. Mendel wird die Versenkung des Frachters ALAN-A-DALE zugerechnet.
Er hatte bei diesem Einsatz die Orientierung verloren, weil sein Kompass defekt war. Er wartete er in getauchtem Zustand in der Nähe einer Boje auf das Tageslicht, um seine Position neu bestimmen zu können. Hinzu kam, dass sein Biber ein Leck hatte. Er legte seine Mine ab und wurde nur wenige Minuten später, gegen 10:30 Uhr durch das britische ML 915 angegriffen, nachdem ihn sein Periskop verraten hatte. Mendel verließ seinen sinkenden Biber und geriet in Gefangenschaft.
Der ALAN-A-DALE wurde diese Mine kurze Zeit später zum Verhängnis, nachdem sie in Antwerpen Weihnachtspost, Geschenke aus der Heimat und frische Äpfel für die amerikanischen Truppen abgeladen hatte. Wie durch ein Wunder überlebte die gesamte Besatzung und konnte gerettet werden.
 
Die restlichen 10 Boote blieben für immer auf See. Ihr Schicksal wird nie geklärt.
 
23.12.1944:                11 Biber liefen aus. Alle Boote blieben für immer auf See. Ihr Schicksal wird nie geklärt.
 
24.12.1944:                3 Biber liefen aus. Auch sie finden ihr nasses und finsteres Grab irgendwo auf dem Meeresboden.
 
27.12.1944:                Am Abend liefen die in Hellevoetsluis noch vorhandenen 14 Biber aus. Eines der Boote feuerte versehentlich zwei Torpedos in der Hafenschleuse ab. 11 Biber sanken dabei. Es gab viele Tote und Verletzte. Die restlichen 3 Boote gingen in See. Keines von ihnen kehrte zurück. Biber 90 aus dieser Gruppe wurde vor Kap North Foreland treibend durch die HMS READY gefunden. Der Fahrer, Oberfähnrich zur See Langsdorff war tot. Die Obduktion ergab später eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Beim Versuch, den Biber nach Dover zu schleppen, sank das Boot. Erst zehn Tage später konnte er gehoben werden.
 
Langsdorff, war es bei einem anderen Einsatz gelungen, sich bis vor den Hafen von Antwerpen zu schleichen und seine beiden Torpedos in die Schleuse zu feuern, so dass sie für etwa 20 Tage für die Schifffahrt ausfiel.
 
Bis zum Ende des Jahres 1944 gingen insgesamt 52 Biber verloren. Die Alliierten machten davon nur 8 der Boote als versenkt geltend. Der Rest fiel Bedienungsfehlern, technischen Defekten und Seeunfällen durch schlechtes Wetter zum Opfer. Zur Jahreswende standen im Westraum nur noch 20 Biber in Rotterdam zur Verfügung.
 
05.01.1945:                Es war geplant, die Geleitsicherungsfahrzeuge und Handelschiffe der Russland- Geleitzüge anzugreifen, während sie in der Wajengabucht vor Anker lagen. Wie die Japaner, Briten und Italiener planten nun auch die Deutschen, die Biber auf den Oberdecks ausgewählter U-Boote in den Einsatzraum zu transportieren. In der Ostsee waren bereits entsprechende Erprobungen durchgeführt worden, die zu einem brauchbaren Verfahren geführt hatten. Doch in einer Hinsicht hatten die Deutschen versäumt, aus den Erfahrungen ihrer Verbündeten zu lernen. Die Italiener transportierten ihre Maiale stets in druckfesten Behältern, die an den Oberdeck fest verankert waren, um die Fahrzeuge vor Wetterschäden zu schützen und sie bis zu einem gewissen Grad auch von den Vibrationen der Antriebsanlage des Träger-U-Bootes zu isolieren. Die Kriegsmarine traf keine derartigen Vorkehrungen. Die Biber sollten auf einfachen, mit dem Oberdeck verbundenen Klampen direkt über den beiden großen, im darunter befindlichen Dieselraum hämmernden Motoren mitgeführt werden.
 
Die Vorbereitungen waren enorm. Hinsichtlich des Einsatzraumes standen etliche Luftaufnahmen aus Aufklärungsflügen zur Verfügung.
Die Verteidigungsmaßnahmen im Kola-Inlet waren sehr umfangreich und bestanden hauptsächlich aus Patrouillen örtlicher U- Jagdfahrzeuge. Die Bucht selbst war jedoch durch eine Balken- Netzsperre beiderseits der Insel Salnij geschützt. 
Der genaue Zeitpunkt für das Unternehmen hing auch von der Mondphase ab. Es musste ausreichender Mondschein vorherrschen, damit die Biberfahrer noch genügend Sicht auf das Ziel hatten, ohne jedoch selbst zu zeitig entdeckt zu werden. Für den 8. Januar 1945 ergaben die Berechnungen das Aufgehen des Halbmondes um Mitternacht, der bis 03:00 Uhr genug Licht spenden würde. Diese Zeitspanne hielt man für ausreichend, den Angriff durchzuführen.
 

Das voraussichtliche Ziel des gesamten Unternehmens sollte das sowjetische Schlachtschiff ARCHANGELSK (ehemalige HMS SOLVEREIGN) sein.
Doch die deutsche Seite erhoffte sich auch, dass eine Anzahl britischer Kriegsschiffe anwesend sein würden. Dies setzte voraus, dass der Angriff mit dem Eintreffen oder Abgehen eines Geleitzuges zusammenfallen musste. Umgekehrt bedeutete dies auch, dass das Unternehmen in Gang gesetzt werden musste, während sich der Russland-Geleitzug auf seinem Weg nach Murmansk noch in See befand. Durch die Luftaufklärung mussten die Deutschen erkannt haben, dass sich die Geleitsicherungsfahrzeuge nie für längere Zeit im Kola-Inlet aufhielten. In der Regel dauerte ihr Aufenthalt nur so lange, wie dies zur Übernahme von Munition und Brennstoff erforderlich war. Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Deutschen das Unternehmen tatsächlich mit den Geleitzugoperationen koordiniert hatten.
Nach dem Operationsplan müssten die Träger-U-Boote 3 Tage vor dem geplanten Angriff aus Harstadt auslaufen und die Biber 12 Stunden vor dem eigentlichen Angriffszeitpunkt aussetzen. Den Bibern standen demnach zwölf Stunden zur Verfügung, um in Angriffsposition zu gelangen. In Anbetracht ihrer Geschwindigkeit unter Wasser war das jedoch kein all zu langer Zeitraum. Nach dem Angriff hatten die Biber dann einen festgelegten Treffpunkt seewärts von Sjet Navolok anzusteuern und sich auf Grund zu legen, bis sie mit ihren Mutterschiffen Verbindung aufnehmen konnten. Anschließend sollten die Kleinst-U-Boote aufgegeben und versenkt, sowie ihre Fahrer an Bord der Mutterschiffe aufgenommen werden. Ein alternativer Treffpunkt wurde für den nächsten Tag auf der Höhe der Fischerhalbinsel festgelegt. Dies wäre wahrscheinlich auch der tatsächliche Aufnahmepunkt gewesen, denn die Planung sah für die Annäherung zum Ziel zwölf Stunden vor, aber nur vier Stunden, um zum Treffpunkt zu gelangen. Sollte einer der Biberfahrer beide Treffpunkte verfehlen, so hatte er den Persfjord anzusteuern, sein Boot zu versenken und den Versuch zu unternehmen, sich zur Fuß nach Schweden durchzuschlagen.
 
Genau nach Plan liefen am 5. Januar 1945 die drei U-Boote U 295,U 739 und U 716 aus Harstadt aus und fuhren meist in Überwasserfahrt. Dies führte zum Fehlschlag der gesamten Unternehmung. Bei den regelmäßigen Überprüfungen stellte sich heraus, dass die Vibrationen der Dieselmotoren bei zwei Bibern Lecks in den Benzinleitungen verursacht hatten. Die Schäden wurden vom Maschinenpersonal der U-Boote behoben und der Marsch wurde fortgesetzt, wenn auch mit geringerer Geschwindigkeit. Eine spätere Überprüfung der Biber, als sich der Verband bereits ostwärts des Nordkaps befand, ergab jedoch, dass weitere Lecks in den Benzinleitungen zusammen mit Lecks an den achteren Stopfbuchsdeckeln entstanden waren. Als Folge drang in die Motorräume einiger Biber Wasser ein. Das Unternehmen wurde daraufhin abgebrochen und der Verband kehrte nach Harstadt zurück.
 
Wäre der Angriff am 8. Januar dennoch durchgeführt worden, hätten die Biberfahrer den Ankerplatz bis auf die Bewachungsfahrzeuge verlassen vorgefunden. Der Geleitzug RA62 war am 10. Dezember ausgelaufen und der nächste Geleitzug JW63, sollte erst in den Abendstunden des 8. Januar eintreffen. Die ARCHANGELSK befand sich zu diesem Zeitpunkt im Weißen Meer in Sicherheit.
 
Hinsichtlich der drei beteiligten U-Boote gab es lange Zeit keine hundertprozentige Sicherheit. Fest stand, dass auf jeden Fall die Boote U 295 und U 716 beteiligt waren. Um das dritte Boot stritten sich die Gelehrten. Neben U 739 gab es die Vermutung, dass stattdessen U 318 an diesem Einsatz teilgenommen haben soll. Im Kriegstagebuch von U 739 findet man jedoch folgende Eintragung vom 07.Jan. 1945: „U-739 läuft zusammen mit U-295 und U-716 zum Unternehmen CAESAR aus HARSTADT aus…“ Die Frage nach dem dritten Boot dürfte somit also geklärt sein.
 
29.01.1945:                In Eis und Kälte liefen 15 Biber aus Hoek van Holland aus. 5 von ihnen kehrten nach Kollision mit Eisschollen beschädigt zurück. 1 Biber sank durch Eiskollision. Ein Boot strandete bei Hellevoetsluis, nachdem der Fahrer 64 Stunden lang nach einem Ziel Ausschau gehalten hatte. Die restlichen Biber blieben verschollen.
 
Die Biber im Norden (auch im Winter in Holland) hatten große Probleme mit dem Eis. Die Fenster froren zu, so dass der Fahrer nichts mehr sah. Auch die Luftventile hatten bei diesem Wetter Schwierigkeiten. Die Batterien hatten dann auch nur noch die halbe Leistung. (Deshalb haben Molche keine Einsätze gefahren bei diesem Wetter. Der Aktionsradius betrug dann nur die Hälfte, so dass eine Rückkehr kaum möglich war).
 
Wenn der Biber mit Benzinmotor fuhr, wurde die Zentrale etwas geheizt und die Temperatur war angenehm. Auf dem Rückweg von einer Einsatzfahrt fuhr er unter Wasser die erste Stunde zurück, dann wurde es wirklich verdammt kalt.
Karl von H. berichtete: „Die Frage zu dem Problem mit dem Einfrieren der Fenster ist einfach zu erklären. Die Gefahr des Einfrierens war eigentlich nur in höheren geographisch gelegenen Orten da. Die Lösung: In diesen Gegenden, wie z. B. Levanger/Norwegen, wurden die Fenster von innen und außen mit einem Frostschutzmittel (Wie beim Auto) eingerieben. Wie sich das allerdings im Einsatz auf See verhalten hat, kann ich Dir beim besten Willen nicht sagen, da ich nur Übungsfahrten im geschützten Fjord gemacht habe.“
03.02.1945:                Jagdbomber bombardierten den Biber-Stützpunkt in Poortershavn. Keiner der 20 dort stationierten Biber ging verloren. Jedoch wurde die Hafeneinrichtung so stark beschädigt, dass weitere Einsätze im Februar unmöglich wurden.
 
06.03.1945:                Bei der Einsatzvorbereitung im Hafenbecken von Rotterdam löste einer der Fahrer versehentlich seine Torpedos aus. 14 Biber wurden versenkt und 9 stark beschädigt. Am Nachmittag liefen die 11 unbeschädigten Boote im Schlepp nach Hellevoetsluis aus, zum Einsatz in der Schelde-Mündung. Keines der Boote kehrte zurück. 1 Biber wurde von den Briten erbeutet und 4 verlassen am Strand aufgefunden (Nordbeveland bei Domburg, Knokke und Zeebrügge). Ein Boot sank am 08. März durch Artilleriebeschuß von Land her auf Höhe von Westkapelle. Die restlichen 5 blieben verschollen.
 
11.03.1945:                In der Nacht nahmen 15 Biber und 14 Molche zusammen mit Linsen und S-Booten an einem Großeinsatz teil. 13 Biber und 9 Molche kehrten nicht zurück.
 
23.03.1945:                16 Biber liefen aus Poortershavn in Richtung Schelde-Zugänge aus. Keine Erfolge. Nur 7 kehrten zurück.
Anfang April 1945 war der Schelde-Raum fast vollständig von britischen Truppen eingekreist. Ersatz war unmöglich nach Rotterdam zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt standen noch 24 Biber in Amersfoort zur Verfügung. Im April fanden die letzten vier Einsätze mit insgesamt 17 Bibern in holländischen Gewässern statt. Dabei gingen 10 Boote verloren. Kein alliiertes Schiff wurde versenkt.
 
10.05.1945:                Nach dem Waffenstillstand befanden sich in Norwegen noch 29 Biber der K-Flottille 263, 25 Boote der K-Flottille 265 und 36 Boote der K-Flottille 267.
 
 
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