Der K-Verband

Die Geschichte der deutschen Kleinst-U-Boote und besonders die des Biber kann keineswegs umfassend dargstellt werden, wenn nicht auch der K-Verband seinen ihm gebührenden Platz erhält. In ihm wurden sämtliche Kleinkampfmittel zusammengefasst. Neben dem Biber waren dies unter anderem Einmann-Torpedos, Marine-Einsatzkommandos (MEK), Sprengboote und Kampftaucher. Später folgten die Seehunde. Das Kommando der Kleinkampfverbände (KdK), später als Kleinkampfverband bezeichnet, wurde um die Jahreswende 1943/44 gegründet. Grund war die bereits erwähnte drohende Invasion der Alliierten von der Seeseite her. Außerdem hatte die Kriegsmarine erkannt, dass sie einer solchen drohenden Invasion nichts Wirkungsvolles entgegenzusetzen hatte.
 
Das KdK war laut britischen Geheimdienstberichten das Ergebnis eines Versuchs der SS zu Beginn des Jahres 1943 eine geheime Marine-Sondereinheit zu gründen. Angeblich gehörte das Marine-Einsatzkommando (MEK) 75 der SS an und soll im April 1944 vom Oberkommando der Kriegsmarine übernommen worden sein. Das MEK 75 soll somit die erste Einheit des KdK gewesen sein. An Hand von deutschen Unterlagen konnte ich diese These nicht bestätigen. Aber sie liefert eine mögliche Erklärung warum viele ehemalige K-Verbandsangehörige von ihrer Kriegsgefangenschaft berichten, dass sie dort in den ersten Monaten oft als SS-Angehörige bezeichnet und dementsprechend auch sehr schlecht behandelt wurden. Die gefangenen Seeleute konnten dies überhaupt nicht verstehen.
 
Die Biberfahrer gehörten diesem Verband an. Die Zugehörigkeit wurde geheim gehalten und ohne weitere Angaben in den Personalakten erwähnt. Flottillen oder Kampfmittel sucht man vergeblich. Dies ist auch ein Grund, weshalb sich die Forschungen auf diesem Spezialgebiet so schwierig gestalten. So ist dort lediglich der Tag der Versetzung zum K-Verband notiert. Sämtliche Unterlagen des K-Verbandes wurden nach Kriegsende oder unmittelbar davor vollständig vernichtet.
Ausgewählt wurden nur Freiwillige. U-Boot-Fahrer gab es genügend in den Ausbildungsflottillen, da sich der Neubau von herkömmlichen Groß-U-Booten, besonders der neuesten Typen, immer weiter verzögerte. Viele von den frisch ausgebildeten und hoch motivierten jungen Männern befanden sich in Warteposition und versuchten auf diesem Weg an die Front zu kommen. Besonders junge Fähnriche waren daran interessiert, da sie eine aktive Einsatzzeit vorweisen mussten, um ihr Patent zu bekommen. Nach einem Eignungstest wurden letztendlich nur die fähigsten unter ihnen ausgewählt und dem K-Verband zugeteilt. Neben Offizieren waren auch Unteroffiziersränge und Mannschaften dort vertreten. Der Rang spielte keine große Rolle, lediglich die persönliche Eignung des Einzelnen. Das ging sogar soweit, dass keine Rangabzeichen mehr getragen wurden, damit auch wirklich alle gleich waren.
 
Dem K-Verband gehörten neben den Bibern auch alle anderen Marine-Kleinkampfmittel an: Einmann-Torpedos der Typen Hai, Marder und Neger, Einmann-U-Boote vom Typ Molch, Zweimann-U-Boote des Typs Seehund, Sprengboote (sog. Linsen) und Kampfschwimmer.
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