Biberfahrer erinnern sich...
 
Helmut K. berichtet von seiner Ausbildungszeit folgendes: „Kommandeur in Blaukoppel war Kapitän Bartels und Flottillenchef war Oberleutnant z. S. Fahje aus Flensburg, ein äußerst korrekter ehemaliger Offizier der Handelsflotte. Direkte Ausbildung erfolgte unter Anleitung von einigen Gruppenführern. Das waren Oberfähnriche, die bereits Einsatzfahrten im Kanal absolviert hatten. Übungsfahrten im Travearm und Tauchprobe auf ca. 10 m Tiefe und 30 min Dauer vor der Travemündung vom Übungsschiff „Deneb“ aus gehörten zur Ausbildung. In dieser Zeit wurde auch eine Tauchretterausbildung im Tauchtopf Pelzerhaken (14 m Tauchtiefe) mit anschließender Tauchretterabschlussprüfung absolviert. Auch wurde eine Justierung der Magnetkompasse zur Abgleichung der Deviation in einer Nachtübung auf einer Riesendrehscheibe durch Einstecken der Magnetstäbchen in die Kompassrohrhülse durchgeführt. Navigations- und technischer Unterricht über den Biber vervollständigten die Ausbildung.
Von der „Deneb“ aus konnte ich Versuche beobachten, Biber auf weinig gefluteten U-Booten zu befestigen, angeblich Eismeer-U-Boote von Teddy Suhren.
In den nächsten Tagen erfolgte ein Nachttorpedozielschießen in der Trave mit Übungstorpedos. Fähnrich z. S. Helmut B. und mir gelang ein Mittschiffstreffer, was uns beiden als „Belohnung“ die sofortige Kommandierung zum Fronteinsatz brachte. Danach sickerte das Gerücht durch, dass die K-Flottille 265 nach Norwegen verlegt werden soll.“
Ein anderer Biberfahrer erinnerte sich an eine recht amüsante Episode: „Wir hatten dort auch ein Kino. Ich kann mich noch erinnern, wie sich Admiral Heye eines Tages vor die versammelte Mannschaft stellte und sagte: Männer, morgen bringe ich Euch aus Berlin mal einen ordentlichen Film mit! Er selbst hatte sich im Kino in der vordersten Reihe einen großen Sessel stellen lassen und ein Schild angebracht, auf welchem stand: „RAUCHEN VERBOTEN! Das gilt auch für mich!“. Und das, obwohl er doch immer so gern seine dicken Zigarren rauchte.“
 
Oftmals waren die Biberfahrer einen Tag und länger ununterbrochen im Einsatz. Doch was war mit all den normalen menschlichen Bedürfnissen? Ein Biber besaß zum Beispiel keine Toilette! Ich bat also Karl von Hausen darum, mir dazu etwas zu erzählen. Seine Antwort ließ mich schmunzeln: „Ihre Toilettenfrage zu beantworten ist sehr einfach ... Wie Sie wissen, habe ich nur an Übungsfahrten teilgenommen, was allerdings nicht heißt, dass ich keine normalen menschliche Bedürfnisse hatte. Die Übungsfahrten (besonders bei Nacht) zogen sich oft über Stunden hin. Wenn also der Drang zum Wasserlassen auftrat, stellte man sich bei geöffnetem Lukedeckel auf die Batterie (die unter dem Sitz war) und hielt den kleinen Pillemann ausseits, um ihm die schöne Welt bei Nacht zu zeigen. (Natürlich nur bei Überwasserfahrt!) In Bezug auf den anderen Weg des Bedürfnisses gab man uns, wie Sie schon erwähnten, entsprechende Mittel.“
 
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